Instagram sagt TikTok den Kampf an und bringt mit Reels wieder einmal eine neuartige Funktion eines Mitbewerbers als clever kopierte eigene Version an den Start. Damals war es Snapchat, dessen schnelles Wachstum durch die Instagram Stories unter Kontrolle gebracht werden sollte. Nun geht es um die Vormachtstellung des bei vielen jungen Leuten beliebten Multiclip Tools, das früher auch als musical.ly bekannt war. Wie gut das neue Format Instagram Reels von den eigenen Usern angenommen wird, bleibt abzuwarten.

Aber wie funktioniert Reels überhaupt?

Zunächst einmal befindet sich die Reels Funktion in der Story Kamera, rechts neben dem normalen Aufnahmemodus. Wenn Du hier ein Video aufnimmst (oder aus der Galerie auswählst), kannst Du dieses entweder mit dem eigenen Ton tun, einen Song Deiner Wahl darunterlegen oder einen „geliehenen“ Ton eines anderen Videos verwenden. Diese lassen sich dann als Serie von Clips (einer nach dem anderen) oder mit einem Mal komplett hochladen und erscheinen für Deine Follower im normalen Feed oder bei Explore. Wenn Dein Reels geteilt wurde, ist der Clip unter einem extra Reels-Tab in Deinem Profil gespeichert. Das Gute ist, Du kannst sogar einen Entwurf Deines Videos speichern, wenn Du zum Beispiel eine Pause machen und später nochmal daran weiterarbeiten möchtest.

Instagram Reels - das neue Multiclip ToolBild: Instagram.com

Was macht Reels besonders?

Die Mischung aus Tonschnipseln und schnellen Schnitten machen den Reiz dieses Formats aus. Die Nutzer können innerhalb weniger Sekunden eine kleine Geschichte erzählen und bedienen sich dabei einer Art Mixture aus Karaoke Show und Pantomime Theater. Eine andere Möglichkeit ist es, Tanzmoves zu zeigen. Hauptsache es bewegt sich immer viel, damit es nicht langweilig wird und der User dran bleibt. Denn das Medium ist auf schnelles Konsumieren angelegt und das fordert einen maximalen Unterhaltungswert. Daher dürfen die Videos auch immer nur höchstens 15 Sekunden lang sein. Je skurriler, verrückter und ausgefallener der Content, desto besser. In besonderen Fällen wird ein Video auch mit „Featured“ gekennzeichnet. Dazu muss es laut Instagram von Kuratoren als unterhaltsam oder kulturell relevant eingestuft werden.

Für eine möglichst einfache, intuitive und schnelle Produktion der Reels bietet Instagram viele Funktionen an, die sonst nur in Videoschnittprogrammen zu finden sind. Dazu gehören Übergänge, Effekte und die Möglichkeit Texte und andere Elemente auf den Frame genau erscheinen und verschwinden zu lassen. Folgende Bearbeitungstools kann man nutzen:

  • Audio – hier können Songs aus der Instagram Musikbibliothek oder eine eigene Original Tonspur verwendet werden, welche dann sogar (sofern Dein Profil öffentlich ist) auch andere User als Sound nutzen können
  • AR-Effekte – hier kannst Du alle möglichen Effekte nutzen, die man auch schon aus den Stories kennt
  • Ghost – hiermit lassen sich nahtlose Übergange der Clips erstellen
  • Timer und Countdown – um Deine Reels freihändig und in einem bestimmten Zeitfenster aufzunehmen
  • Tempo – es können fünf verschiedene Geschwindigkeitsstufen ausgewählt werden

Wie lassen sich Reels für das Marketing meines Unternehmens verwenden?

Der große Vorteil an Reels ist, dass es gute Anknüpfungspunkte gibt, um Reichweite und viel Aufmerksamkeit zu erzielen, die über die eigene Followerschaft hinausgehen. Dies ist bei den Stories bisher nicht möglich gewesen. Wenn Du Reels mit bestimmten Liedern, Hashtags oder Effekten versiehst und teilst, wird es auch auf den markierten Seiten angezeigt, sobald jemand auf das jeweilige Lied, den Hashtag oder den Effekt klickt. Das sorgt dann für ordentlich Traffic und pusht Deine Videos.

Als klarer Nachteil sehen wir jedoch die Personenbindung: Reels funktionieren nur, wenn man einen Markenbotschafter hat, der sich vor die Kamera stellt und eine coole Performance macht. Das Format ist also auf eine handelnde Person ausgerichtet und nicht auf ein Produkt. Hier sollten also am besten passende Influencer aktiviert werden, die sich entsprechend gut damit in Szene setzen können.

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