(Quelle: https://mostviralmedia.com/2012/02/maslows-hierarchy-of-needs-and-the-social-media-that-fulfill-them-infographic/)Eine kurze Erläuterung zur ursprünglichen Form der Maslowschen Bedürfnispyramide: das Modell beschreibt die Motivationen, Antriebe oder eben Bedürfnisse der Menschen in verschiedenen Stufen. So beginnt die Pyramide mit „physiologischen Bedürfnissen“, danach folgen „Sicherheit“, „soziale Bedürfnisse“, „Individualbedürfnisse“ und schließlich die „Selbstverwirklichung“. Die Bedürfnisse der höheren Stufen sind in der Regel erst explizit vorhanden, wenn die unteren Stufen befriedigt sind. Außerdem wird unterschieden zwischen Defizitbedürfnissen (Stufen 1 – 3, teilweise auch 4) und unstillbaren Bedürfnissen (teilweise Stufe 4, Stufe 5). In klaren Worten: wenn ich satt bin, will ich nichts mehr essen, aber auch wenn ich als Autor einen Artikel fertig geschrieben habe, möchte ich am liebsten direkt den nächsten verfassen.
In ihrer modernen Form sollen die einzelnen Bedürfnisse nun unterschiedlichen Netzwerken zugeordnet werden. Für die physiologischen Bedürfnisse gibt es noch kein passendes Netzwerk (Marktlücke!), erst bei den Sicherheitsbedürfnissen geht es mit beruflichen Netzwerken los. Sowohl die Job- als auch die Familiensicherheit spielen hier eine große Rolle. Weiter geht es mit Facebook und Google+ im Bereich der sozialen Bedürfnisse – wo sonst? Individualbedürfnisse werden laut der Grafik bei Twitter ausgelebt, während Selbstverwirklichung über Blogs stattfindet.
Ich selbst entdecke dabei einige Gemeinsamkeiten mit meinem eigenen Verhalten, denn als Social Networks aufkamen, war ich zunächst vor allem aus sozialen Gründen dabei, auch wenn mir das kaum sofort bewusst war. Es fing an mit Myspace, ging später weiter mit dem StudiVZ und schließlich Facebook, zwischendurch gab es auch einige Nischen- oder Regionalnetzwerke. Twitter und mein eigener Blog kamen erst deutlich später dazu, als ich mich mehr mit dem Thema beschäftigte und auch andere soziale Kontakte hatte, die sich eben in diesen Kreisen bewegt haben. Insbesondere mein Vorhaben, regelmäßig zu bloggen, ist am Anfang mehrfach daran gescheitert, dass ich nicht den richtigen Ansatz gefunden habe und auch erst mein Publikum finden musste.
Gleichzeitig müssen einige Ansätze aus der Grafik auch in Frage gestellt werden. Inwiefern handelt es sich z.B. bei der Nutzung von Facebook oder Twitter um ein Defizitbedürfnis? Ich kenne leider nur allzu viele Facebook-Nutzer, die nicht damit zufrieden sind, ein Video zu posten oder eine Spiele-Einladung zu verschicken – nein, das muss mehrmals am Tag geschehen, dieses spezielle Bedürfnis scheint also nicht so leicht zu stillen zu sein.


